Inputabende Jugendrotkreuz

Demokratie in der Schweiz – wie geht das?

Inputabende JRK zu Demokratie
Julia Hauri (GLP), Adrian Meier (FDP), Hannah Wey (Grüne) und Rolf Schmid (SP) (v.l.n.r.) stellen den Teilnehmenden der «Inputabende» ihre Parteien vor.
Jungen Geflüchteten die Schweizer Demokratie näherbringen und somit ein komplexes System einfach erklären – das war im November und Dezember das Ziel einer dreiteiligen Themenreihe des Projekts «Inputabende» des Jugendrotkreuzes Kanton Aargau.

Im Rahmen der «Inputabende» treffen sich 15- bis 30-jährige Rotkreuz-Freiwillige regelmässig mit Geflüchteten in einem ähnlichen Alter. Die gemeinsamen Aktivitäten vereinfachen die Integration der Jugendlichen in die Gesellschaft und fördern das Erlernen der deutschen Sprache und den sozialen Austausch mit Gleichaltrigen. Die Anlässe sind unterschiedlicher Natur; mal wird zusammen gekocht, mal werden kulturelle Anlässe besucht, gemeinsam Sport gemacht oder es findet eine Gesprächsrunde über aktuelle, gesellschaftliche Themen statt.

Für diesen November und Dezember haben die Freiwilligen den Themenschwerpunkt «Demokratie» gewählt. Viele der jungen Geflüchteten hatten bislang nur im Zusammenhang mit der Asylpolitik Berührungspunkte mit dem politischen System in der Schweiz. Der Föderalismus, die verschiedenen Institutionen sowie die Rolle und der Einfluss, den jede und jeder Stimmberechtigte hat, waren neu für sie. Es wurden drei ganz unterschiedliche Anlässe zum Thema Demokratie organisiert.

Mit Jungpolitikern im Gespräch

Die Einführung in das demokratische System übernahm ein Freiwilliger, der selbst aktiv in der Politik tätig ist. Mit einer anschaulichen Präsentation hat er den Teilnehmenden die Zusammensetzung des Parlaments und der Regierung, wie auch die Entscheidungsprozesse in der Schweiz nähergebracht. In der anschliessenden Gesprächsrunde fand auch ein Austausch über die verschiedenen politischen Systeme in den Herkunftsländern der Jugendlichen statt.

Beim zweiten Anlass nahm die Gruppe an einer Führung durch das Aargauer Grossratsgebäude teil und erhielt spannende Einblicke in die Entwicklung des Gross- und Regierungsrates des Kantons.

Am dritten und letzten Anlass zum Thema Demokratie waren vier Aargauer Jungpolitikerinnen und Jungpolitiker bei den «Inputabenden» zu Gast. Julia Hauri (GLP), Adrian Meier (FDP), Rolf Schmid (SP) und Hannah Wey (Grüne) stellten ihre jeweilige Partei vor. Anschliessend diskutierten sie mit den Teilnehmenden über aktuelle Themen wie die Massnahmen rund um die Covid-19-Pandemie, das CO2-Gesetz und der Klimaschutz, das Referendum gegen das neue Terrorgesetz sowie die Aufnahme von Geflüchteten aus griechischen Camps.

Die Themenreihe gab den Jugendlichen Einblicke in das demokratische System und in die politische Landschaft der Schweiz. «Die Teilnehmenden waren sehr interessiert und ich bin mir sicher, dass die Anlässe ihr Interesse an der Politik gefördert haben», freut sich Barbara Baumgartner, eine der Freiwilligen.

Autorin: Barbara Baumgartner