Zum Pizzaplausch im FC Basel Bus

Pizza selbstgemacht: Im grosszügigen Garten der Familie Sturzenegger versuchen sich die jungen Freiwilligen und UMAs in der Kunst des Pizzabackens.
Neun Jugendrotkreuz-Freiwillige und rund 30 unbegleitete minderjährige Asylsuchende aus Suhr und Menziken feierten letzte Woche in Magden ein Abschiedsfest. Anreisen durften sie dazu im Mannschaftsbus des FC Basel.

Magden, 05.09.2018

Es duftet grossartig, aus dem Garten von Sturzeneggers in Magden. Der Pizzaofen im Garten der Familie von Kim und Lisa ist eingeheizt und die rund 30 unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden (UMA) sind soeben eingetroffen. Wobei eingetroffen eigentlich untertrieben ist. Majestätisch eingefahren sind sie mit dem Mannschaftsbus des FC Basel.

Grosszügiger Sponsor

Kim und Lisa Sturzenegger engagieren sich seit über einem Jahr bei den Inputabenden für UMAs des Aargauer Jugendrotkreuzes. Fast jeden Mittwochabend besuchen sie die Jugendlichen in ihrer Unterkunft in Suhr, kochen, spielen und behandeln gemeinsam ein bestimmtes Thema. Da Kim für eine Weile nach England zieht, beschlossen die beiden Schwestern zum Abschied einen Pizzaplausch im Garten ihrer Eltern zu veranstalten. Dabei standen sie vor der grossen Herausforderung, die rund 30 Teilnehmenden der Inputabende aus Suhr und Menziken nach Magden zu bringen. Zum Glück zeigte sich der FC Basel grosszügig und sponsorte dem Jugendrotkreuz seinen Mannschaftsbus für die Hin- und Rückfahrt.

Die UMAs staunten nicht schlecht, als der Bus der Basler Fussballstars vor ihren Unterkünften in Suhr und Menziken vorfuhr. So war bereits die Fahrt nach Magden ein Abenteuer.

Der Pizzaoilo aus Afghanistan

Vor Ort geht es dann nicht lange, bis sich alle in der Kunst des Pizzateigformens üben. Samir, ein junger Mann aus Afghanistan sticht dabei besonders hervor und das nicht von ungefähr: er arbeitet Teilzeit in einem Pizza- und Dönerrestaurant. Seine Augen strahlen, während er gekonnt die Pizzen der schlangestehenden Jugendlichen formt und sie in der Arbeit als Pizzaiolo instruiert. «Chef, ist deine Pizza bereit für den Ofen?», fragt er grinsend und schaufelt die Pizza eines jungen Eritreers auf und schiebt sie in den Ofen.

Spass und spannende Gespräche

Ein anderer Jugendlicher, der gerade seine Pizza belegt, braucht noch Rat von Romina Frey. «Was ist das?» fragt er die Jugendrotkreuz-Freiwillige und zeigt dabei auf den Schinken. «Das ist nicht für dich, Schwein», erwidert die junge Frau. Sie hat schon viele Inputabende mit dem jungen Eritreer verbracht und weiss, dass er kein Schweinefleisch isst. «Und das? Ist das auch Schwein?», fragt er weiter. «Das ist Lachs, kennst du das?», fragt sie zurück. Der junge Mann legt seine Stirn in Falten, studiert kurz und ruft dann freudig: «Fisch?». «Genau, Fisch!», antwortet Frey. Die beiden lachen und er greift beim Lachs kräftig zu.

Gemeinsam geniessen die neun Freiwilligen und rund 30 Teilnehmenden ihre leckeren Pizzas, sprechen über Kultur, Essen, Politik und vieles mehr. Es ist also fast wie an einem normalen Inputabend: Spiel, Spass und viele glückliche Gesichter.