Mit anstatt über Geflüchtete diskutiert

Austausch in Aarau: Nina Vladovic vom Aargauer Jugendrotkreuz unterhält sich in der Stadtbibliothek mit Geflüchteten und Besuchern.
Im Rahmen der Flüchtlingstage sensibilisierte das Aargauer Rote Kreuz zusammen mit anderen Organisationen die Bevölkerung in Aarau und Baden für die Situation geflüchteter Personen in der Schweiz.

Aarau/Baden, 17.06.2018

Schon zum Startschuss um 13.00 Uhr herrscht am Sonntag grosser Andrang vor der Stadtbibliothek Aarau. Über den Nachmittag verteilt besuchen mehr als 400 Aargauerinnen und Aargauer den Flüchtlingstag in Aarau. In der Woche zuvor hatte bereits eine Vielzahl von Passanten an den Aktivitäten in Baden teilgenommen.

Der Alltag nach der Flucht

«Wo seht ihr euch in zehn Jahren?», möchte eine der Besucherinnen von den jungen Asylsuchenden auf dem Podium wissen. «In zehn Jahren werde ich wie andere Schweizer leben, werde arbeiten, eine Frau und zwei Kinder haben», antwortet einer der jungen Männer. Am Flüchtlingstag in Aarau kommen Geflüchtete zu Wort: Sie berichten aus ihrem Leben auf der Flucht und nach ihrer Ankunft in der Schweiz.

Zwei abgewiesene Tibeterinnen erzählen anhand von Postern über Lichtblicke in ihrem Alltag, wie die Aktivitäten des programmbbb. Die Portraits von Asylsuchenden des Aargauer Jugendrotkreuzes illustrieren Fluchtgründen und Zukunftswünsche. Beim Podium mit Asylsuchenden der Aarauer Jugendarbeit, erfährt das Publikum was es heisst, in der Schweiz als vorläufig Aufgenommener mit Status F zu leben.

Die Besucher sind beeindruckt vom interaktiven Programm, welches die elf mitwirkenden Organisationen auf die Beine gestellt haben. Auch die Leiterin des Aargauer Jugendrotkreuzes Nina Vladovic findet: «Die Aktivitäten sind sehr abwechslungsreich und zeigen, was wir an den anderen 364 Tagen in diesem Bereich bewirken.»

Mit begrenzten Mitteln

In der Woche zuvor war das Aargauer Rote Kreuz bereits in Baden an der Aktion zum Flüchtlingstag beteiligt. Beim Asylmonopoly auf dem Bahnhofsplatz konnten sich Passanten in die Situation von Asylsuchenden versetzen und herausfinden, wie es sich mit 9 Franken am Tag lebt. Die vom Roten Kreuz geführte Koordinationsstelle für Freiwilligenarbeit im Asylbereich, der Verein Netzwerk Asyl sowie der Verein treff.punkt Wettingen informierten zudem über ihr Engagement, boten exotische Speisen und musikalische Unterhaltung.

Die Aktivitäten zeigten Wirkung. Gemeinsam mit Teilnehmenden der Sportnachmittage des Jugendrotkreuzes diskutierten Einheimische über die beste Verwendung der Tagespauschale und einige Interessenten wie Carole meldeten sich gar für ein Freiwilligenengagement. «Ich wollte mich schon lange freiwillig in der Region engagieren, wusste aber nicht genau an wen ich mich wenden muss», so die junge Mutter. Dank der Aktion zum Flüchtlingstag, weiss sie jetzt weiter.

Auch TeleM1 war am Flüchtlingstag in Aarau mit dabei. Den Beitrag dazu findet ihr unter diesem Link.