„Ich kann nachts wieder ruhig schlafen“

Ein Gewinn für alle: Dank dem Rotkreuz-Notruf kann Esther Trottmann nachts wieder ruhig schlafen und ihre Mutter hat mehr Selbstvertrauen im Alltag
Es brauchte einen Oberschenkelbruch bis Esther Trottmann ihre Mutter von der Anschaffung des Rotkreuz-Notrufs überzeugen konnte. Heute profitieren beide vom zusätzlichen Sicherheitsgefühl.

Wettingen, 21.11.2017

«Als ich in der Wohnung ankam, sass sie noch am Boden und wurde gerade vom Notfallarzt versorgt. Sie habe doch bloss einen Sirup holen wollen, sagte sie mir. Ich war erleichtert zu sehen, dass sie in guten Händen ist.»

Esther Trottmann berichtet vom letzten Sturz ihrer Mutter. Es war das dritte Mal in drei Jahren, dass die 24h-Notrufzentrale des Roten Kreuzes sie alarmiert hatte. Zwei Mal war ihre Mutter in der Küche gestürzt, einmal hatte sie mitten in der Nacht Atemnot. Dank dem Notrufknopf, den sie am Handgelenk trägt, waren jedes Mal umgehend eine ihrer Kontaktpersonen oder die Ambulanz vor Ort und konnten Hilfe leisten. Nicht so beim ersten schlimmen Sturz vor vier Jahren.

«Sie lag acht Stunden am Boden»

«Es war am Morgen. Ich war gerade fertig mit der Körperpflege und wollte aus der Badewanne steigen, da bin ich ausgerutscht», erinnert sich die 85-jährige Rose Wilhelm, die seit 25 Jahren alleine lebt. «Hier bin ich hingefallen», sagt sie und zeigt auf den Spalt zwischen Toilette und Wanne. «Ich war eingeklemmt und konnte nicht mehr aufstehen.» Normalerweise schaut ihre Tochter jeden Mittag kurz vorbei. Doch genau an diesem Tag hatte Esther Trottmann den Besuch abgesagt, weil sich ihre Mutter am Abend mit der privaten Spitexbetreuerin zum Kaffee treffen wollte. «Sie lag etwa acht Stunden mit gebrochenem Oberschenkel am Boden, bevor die Betreuerin sie fand», erzählt Trottmann. «Als mir das bewusst wurde, hatte ich natürlich ein schlechtes Gewissen.»

So lange wie möglich zu Hause wohnen

Dabei hatte Trottmann ihre Mutter zuvor bereits einige Male auf den Rotkreuz-Notruf angesprochen gehabt. «Ich finde es wichtig, dass wir unsere älteren Angehörigen auf die Hilfsmittel hinweisen, die ihnen helfen, so lange wie möglich im vertrauten Umfeld zu wohnen», erklärt sie. Ihre Überzeugungsversuche waren jedoch erfolglos geblieben. «Das gäbe sicher ein Durcheinander mit dem Telefon, hat meine Mutter jeweils gesagt.»

Heute weiss Wilhelm selbst nicht mehr, weshalb sie damals so skeptisch war. «Wahrscheinlich wegen meinem Alter. Ich musste wohl erst einmal reinfallen, damit mir klar wurde, dass ich den Knopf brauche.» Nach dem Oberschenkelbruch, war es soweit. Noch während sie im Spital war, bestellte ihre Tochter beim Schweizerischen Roten Kreuz Kanton Aargau das stationäre Notrufgerät. «Innert kürzester Zeit war es installiert, ganz ohne Durcheinander», schwärmt die Seniorin. Keine Minute zu früh.

«Würde den Knopf nicht mehr hergeben»

Kaum war Wilhelm mit den Krücken wieder zu Hause, passierte gleich der erste Sturz in der Küche. «Da war ich dann froh, dass ich den Knopf hatte», betont sie. Sowieso würde sie ihren Knopf heute nicht mehr hergeben. «Er gibt mir Sicherheit im Alltag und wenn etwas passiert, weiss ich, dass jemand mit mir spricht, bis Hilfe eintrifft».

Letzteres ist auch ihrer Tochter besonders wichtig. «Es beruhigt mich extrem zu wissen, dass meine Mutter im Notfall gut betreut wird und ich als Kontaktperson auf dem Laufenden gehalten werde. So kann ich mich besser auf meine Arbeit konzentrieren und nachts ruhig schlafen.»