Rotkreuz-Fahrdienst

Gespräche, die geschätzt werden

Der Rotkreuz-Fahrdienst ist das bekannteste Hilfsangebot des Aargauer Roten Kreuzes. Doch was macht den Fahrdienst im Kern aus? Ein freiwilliger Fahrer und die Tochter eines ehemaligen Begünstigten erzählen.
Nebst seinem freiwilligen Engagement beim Aargauer Roten Kreuz führt Peter Zbinden in seiner Freizeit als Präsident den Schweizer Fanklub von «Sigrid & Marina», einem Gesangsduo aus der Volks- und Schlagermusikszene aus Österreich.
Nebst seinem freiwilligen Engagement beim Aargauer Roten Kreuz führt Peter Zbinden in seiner Freizeit als Präsident den Schweizer Fanklub von «Sigrid & Marina», einem Gesangsduo aus der Volks- und Schlagermusikszene aus Österreich.

Rund 2,7 Millionen Kilometer legten Freiwillige des Rotkreuz-Fahrdienstes im Jahr 2021 zurück. Das entspricht gut 67 Mal der Strecke um die Erde! 9000 Kilometer davon gehen auf den Tacho von Peter Zbinden (67). Der zweifache Familienvater und ehemalige Briefträger aus Lupfig engagiert sich seit zwei Jahren als freiwilliger Fahrer für das Aargauer Rote Kreuz. «Mir gefällt, dass ich als Pensionierter mit meiner vielen Zeit etwas Sinnvolles mache», erzählt er. Bis zu achtmal pro Woche fährt er mobilitätseingeschränkte Mitmenschen zu Arztterminen, ins Spital oder in die Therapie. Dabei spielt der Aufwand für ihn keine Rolle. «Wenn ich längere Wartezeiten habe, trinke ich einen Kaffee, gehe im Wald spazieren oder rede mit anderen Fahrern, die ich per Zufall treffe.»

Fahrdienst soll auch künftig bestehen bleiben
Dass er von Montag bis Freitag zur Verfügung steht, passt für ihn. «Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig», sagt Peter Zbinden und fügt an: «Jede und jeder soll für sich entscheiden, wie gross das eigene Engagement sein soll. Wichtig ist doch, dass wir alle dazu beitragen, dass der Rotkreuz-Fahrdienst aufrechterhalten werden kann.» Der Fahrdienst sei bezahlbar und wichtig für Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. «Zudem merke ich, dass die Fahrgäste die Gespräche sehr schätzen», ergänzt er.

Einer der Fahrgäste war Andreas Meier, der Vater von Brigitte Maniscalco, der 2006 verstarb. «Mein Vater erlitt 2001 einen schweren Hirninfarkt und war danach teilweise gelähmt. In der Folge hatte er viele Arzttermine. Meine Geschwister und ich sind alle berufstätig und konnten ihn nicht zu allen begleiten», erzählt sie. Deshalb entschieden sie sich für den Rotkreuz-Fahrdienst. «Es hat alles immer wunderbar geklappt. Oft holte ihn der gleiche Fahrer ab. Durch die guten Gespräche entwickelte mein Vater ein grosses Vertrauen», so Brigitte Maniscalco. Deshalb entschloss sie sich – gemeinsam mit ihrem Mann – Mitglied beim Aargauer Roten Kreuz zu werden und jährlich zu spenden. «Wir waren sehr zufrieden mit dem Rotkreuz-Fahrdienst. Ich empfehle ihn auf alle Fälle weiter.»