Frau Marbot, Sie feiern im Jahr 2022 ihr 20-Jahr-Jubiläum als Freiwillige des Schweizerischen Roten Kreuzes Kanton Aargau. Gratulation!
Monica Marbot: Das ist unglaublich. Die Zeit verging so schnell.
Wie kam es zum Engagement beim Aargauer Roten Kreuz?
Angefangen habe ich als Freiwillige in der Ferienwoche im Fricktal. Älteren Personen, die nicht mehr alleine in die Ferien konnten, boten wir gemeinsam mit anderen eine Woche Urlaub an. Für die Angehörigen war das natürlich auch eine Entlastung.
Wie kam es zum Wechsel in die Tagesstätte?
Als Schwester Sonja Kugler die Tagesstätte 2006 gründete, warb sie mittels Inserat im Pfarrblatt nach Freiwilligen. Weil ich genügend Zeit hatte und etwas Sinnvolles machen wollte, meldete ich mich. Ich startete mit einem halben Tag pro Woche. Damals war die Tagesstätte nur ein bis zwei Tage pro Woche offen, die Organisation weniger strukturiert und die Nachfrage kleiner.
Und wie ist es heute?
Rund 70 Personen haben das Angebot im Jahr 2020 in Anspruch genommen. Es ist sehr wichtig für pflegende oder betreuende Angehörige, dass sie entlastet werden. Täglich um Menschen zu sein, die nicht mehr sind, wie sie waren, ist nicht einfach.
Wie häufig stehen Sie momentan im Einsatz in der Tagesstätte?
Ich bin in der Regel jeden Dienstagnachmittag da. Mit der Zeit kennt man auch die Gruppe gut, die ja beständig bleibt. Ich bin froh, dass ich einen fixen Tag habe. Das hilft mir auch in der Planung meiner privaten Termine.
Was gefällt Ihnen am meisten an Ihrer Freiwilligentätigkeit?
Ich interessiere mich für meine Mitmenschen. Es ist spannend, gemeinsam den Tag zu erleben. Für mich fühlt es sich nicht wie Arbeiten an in der Tagesstätte. Ich unterhalte mich mit den Menschen, helfe ihnen und hole sie dort ab, wo sie im Moment stehen.
Was bringt Ihnen das Engagement persönlich?
Ich habe gelernt, wie Demenz einen Menschen verändern und wie ich mit dieser Veränderung umgehen kann. Auch die Weiterbildungen vom Aargauer Roten Kreuz rund um das Thema haben mir sehr geholfen. Vor allem jüngere Personen, die dementiell erkrankt sind, tun mir sehr leid. Zum Teil könnten sie noch im Arbeitsleben stehen, merken aber, dass gewisse Sachen einfach nicht mehr gehen.
Was gefällt den Gästen bei ihrem Aufenthalt gut?
Nebst den vielseitigen Aktivitäten schätzen sie es sehr, dass beispielsweise mit dem Zivildienst-Leistenden wieder jüngere Personen um sie herum sind.