Rotkreuz-Fahrdienst

Tarifanpassungen per 1. Juni 2021

Als Freiwillige Fahrerin oder Fahrer engagieren Sie sich für nicht mehr mobile Menschen im Kanton Aargau.
Neben der Zweckmässigkeit und der Wirtschaftlichkeit sollen Spendengelder fair und ausgewogen allen SRK-Hilfsleistungen zugutekommen. Bis ins Jahr 2020 wurden mehr als ein Drittel aller Spenden (rund eine Million Spendenfranken pro Jahr) dem Fahrdienst zugewiesen. Das SRK Kanton Aargau will die Spenden ausgewogener auf alle Klientinnen und Klienten verteilen und nimmt deshalb nach gut 20 Jahren per 1. Juni 2021 eine Anpassung der Fahrtarife vor.

Die letzte Kilometer-Tarifanpassung bei Selbstzahlern erfolgte vor gut 20 Jahren. Seither haben sich die Aufwendungen für den Fahrdienst vervielfacht: Diese Mehrkosten wurden in den vergangenen Jahren nicht auf die Tarife übertragen.

Mit den angepassten Tarifen bietet das SRK Kanton Aargau weiterhin faire Preise für den Fahrdienst und garantiert das langfristige, qualitativ hochstehende Rotkreuz-Angebot. 

Nachfolgen sind die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Anpassungen aufgeführt. Bei weiteren Fragen stehen die Regionalstellen telefonisch gerne zur  Verfügung. 

Wieso erfolgt eine Tarifanpassung?

Die letzte Kilometer-Tarifanpassung bei den Selbstzahlern erfolgte vor gut 20 Jahren. In dieser Zeitspanne haben sich die Aufwendungen für diese Dienstleistung zu Lasten des SRK Kanton Aargau vervielfacht. Der Fahrdienst ist stark defizitär.

Damit sich das SRK Kanton Aargau gegenüber allen Bedürftigen bzw. allen Rotkreuz-Dienstleistungen fair verhält und die Spendengelder entsprechend verhältnismässig und allen Klientinnen und Klienten gerecht zuteilt wird, nimmt das SRK Kanton Aargau regelmässig Vergleichsberechnungen vor. Hier zeigt es sich, dass die Menge an Spendengeldern pro Klientin bzw. Klient im Fahrdienst auf ein überdurchschnittliches Ausmass angestiegen ist.

Dieser Verlust muss, im Vergleich mit allen anderen Rotkreuz-Dienstleistungen, mit überdurchschnittlich vielen Spendengeldern querfinanziert werden. Diese Gelder fehlen mehr und mehr für die anderen Rotkreuz-Dienstleistungsangebote und dementsprechend den anderen, gleichwertig bedürftigen Aargauerinnen und Aargauer.

Welche Aufwendungen sind in den vergangenen 20 Jahren gestiegen?

Folgende Aufwendungen haben den Fahrdienst in den letzten 20 Jahren verteuert: Mehrwertsteuerpflicht, steigende Versicherungsprämien, zusätzliche gesetzliche Anforderungen und Deklarationspflichten an Hilfswerke (z. B. Sonderprivatauszug Mitarbeitende und Freiwillige), obligatorische Sozialleistungen, Mehraufwand durch einen Anstieg von kurzfristig abgesagten Fahraufträgen, Anschaffung und Instandhaltung Fahrzeuge/Infrastruktur, Sicherheit, Mietkosten, IT sowie Personalaufwendungen aufgrund der Professionalisierung der Fahrdienstdisposition bei konstant steigenden Fahrdienstaufträgen.

Was ändert sich mit der Anpassung der Tarife per 1. Juni 2021 z. B. für die Selbstzahlenden?

Per 1. Juni 2021 werden die Kilometer-Tarife bei Selbstzahlern von CHF 0.75 auf CHF 0.90 erhöht. Die Rechnungspauschale wird in eine Auftragspauschale umgewandelt, die aber weiterhin CHF 5.00 beträgt.

Neu wird analog zu anderen Rotkreuz-Kantonalverbänden und Mitanbietern eine Annullationsgebühr erhoben, da das SRK eine massive Zunahme von kurzfristigen Absagen nach Auftragserteilung beobachtet, die administrative Folgekosten auslösen. Die Annullationsgebühr beträgt CHF 5.00. Der Wartezeit wird mehr Beachtung geschenkt. So erhalten die Freiwilligen nach 1,5 Std. wie bisher CHF 7.00 und je weitere Stunde ebenso CHF 7.00.

Betrifft diese Preisanpassung nur die Selbstzahlenden mit Rechnung? Was ist mit Institutionen und Schulen, Spitäler und Rehakliniken?

Die Tarifanpassung gilt für alle Angebote des gesamten Rotkreuz-Fahrdienstes. Also auch für Institutionen, Schulen, Spitäler und Kliniken. Die geltenden Tarife sind der aktuellen Preisliste zu entnehmen. 

Welches Angebot hat das SRK Kanton Aargau für Härtefälle (finanzielle Notlage)?

Fahrgäste, die sich die Tarife nicht leisten können, gewährt das SRK Kanton Aargau auf Anfrage einen Sozialrabatt. 

Hat die Preisanpassung auch Einfluss auf die Freiwilligen-Entschädigung?

Die freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer erhalten weiterhin eine Kilometer-Entschädigung über CHF 0.70 pro Kilometer. Jedoch wird das Wartegeld erhöht. Die Freiwilligen erhalten wie bisher nach 1,5 Stunden Wartezeit CHF 7.00 und neu je weiterer Stunde CHF 7.00

Gemäss den Standards der Freiwilligenarbeit des SRK Kanton Aargau ist die Freiwilligenarbeit grundsätzlich freiwillig und wird nicht zusätzlich abgegolten. Das SRK vergütet aber effektive Auslagen.

Der Fahrdienst ist hierbei eine Ausnahme: Die 70 Rappen pro Kilometer decken gemäss TCS-Berechnung nicht nur die effektiv anfallenden variablen Kosten, sondern sogar auch einen Anteil der Fixkosten pro gefahrenen Kilometer. 

Weitere Informationen zur den Berechnungen auf der TCS-Website

Rotkreuz-Freiwillige profitieren zudem von

  • Interne Weiterbildungs-Möglichkeiten wie TCS-Kurse
  • 25% Rabatt auf öffentliche SRK-Kursangebote
  • Rabatt auf Kurse von benevol Aargau
  • Flottenrabatt bei AMAG und Emil Frey (auf Neuwagen, div. Modelle)
  • Sonderkonditionen bei der Allianz Versicherungen
  • Versicherungsleistung während des FD-Einsatz
  • SRK-Freiwilligenausweis
  • Sozialzeitausweis
Warum wird der Liegendtransport per Ende 2021 eingestellt?

Die Aufträge sind rückläufig. Das aktuelle SRK-Angebot entspricht nicht mehr den Anforderungen (Krankentransport mit Patienten mit einer Infusion). Die Begleitung von Patienten mit einer Infusion erfordert diplomiertes Fachpersonal. Dieses Angebot wird seit Februar 2021 seitens KSA abgedeckt.