Die Freude über das Wiedersehen

Béatrice Nauer engagiert sich seit vier Jahren als Freiwillige im Besuchs- und Begleitdienst. Sie berichtet, welche Herausforderungen die Coronazeit mit sich brachte und wie gross die Freude über das Wiedersehen mit ihrer Klientin war.

Wen begleiten Sie im Besuchs- und Begleitdienst (BBD)?
Meine erste Klientin, die mittlerweile über 90 Jahre alt ist, lebte zu Beginn allein in einer Wohnung, die sie wegen ihrer starken Sehbehinderung kaum mehr verliess. Wir trafen uns alle zwei Wochen zu einem Spaziergang ins Städtchen mit obligatem Halt in einem Café oder zum Einkaufen. Mittlerweile lebt sie im Altersheim, wo sie sich sehr gut aufgehoben fühlt.

Seit zwei Jahren besuche ich zudem eine weitere Klientin (79-jährig), die mit ihrem Sohn zusammen in einer Wohnung lebt. Sie ist sehr unsicher beim Gehen und schätzt deshalb meine Begleitung sehr. Als Motivation für unsere Spaziergänge winken jedes Mal Kaffee und Kuchen zum Abschluss.

Während der Coronakrise waren die Treffen nicht mehr möglich. Wie haben Sie den Kontakt aufrechterhalten?
Wir haben uns tatsächlich während dem Lockdown nicht getroffen, da ich selber zur Risikogruppe 65+ gehöre. Ich habe daher sporadisch telefoniert. Mich persönlich hat der Lockdown auch sehr beschäftigt, denn mit einem Schlag konnte man mich nun nirgendwo mehr einsetzen, obwohl ich dafür doch in der Lage gewesen wäre.

Nun sind persönliche Treffen wieder möglich. War das erste Treffen anders als sonst?
Auf jeden Fall. Das Treffen war insofern anders, als dass wir uns seeehr viel zu erzählen hatten. So viel, dass wir darob sogar die Zeit vergassen. Ich freute mich natürlich sehr meine Klientin, abgesehen von ihren bekannten gesundheitlichen Einschränkungen, wohlauf wiederzusehen.

Was schätzen Sie an Ihren Freiwilligen-Engagements?
Bei den Einsätzen im BBD, wie übrigens auch im Fahrdienst, kann ich meine freie Zeit sinnvoll einsetzen. Anderseits wird einem von vielen Klienten so viel Vertrauen und auch Dankbarkeit entgegengebracht. Aus den Begegnungen, vor allem im BBD, entstehen oft engere Verbindungen, die ich keinesfalls missen möchte. Ich möchte mich auf jeden Fall einbringen dürfen, solange es meine Gesundheit zulässt. Wer weiss, vielleicht bin ich später auch mal froh, die Hilfe von Freiwilligen des SRK annehmen zu dürfen. Ich weiss nun ja, wo ich mich melden müsste.