„Luft für beide“ und „Zeit für sich“

Voller Tatendrang: Markus und Susanne Hottiger profitieren schon seit Jahren von der Abwechslung und der Entlastung, die ihnen die Rotkreuz-Ferienwochen und Tagesausflüge ermöglichen.
Knall auf Fall änderte sich das Leben von Markus und Susanne Hottiger, nachdem er einen Schlaganfall erlitten hatte. Dank den Ferienwochen und Tagesausflügen haben sie wieder ein Stück Normalität zurückgewonnen.

Aarau, 30.01.2018

Seit dem Schlaganfall vor acht Jahren ist Markus Hottiger auf einen Rollstuhl angewiesen und leidet an einer Hirnverletzung, die ihm das Sprechen erschwert. Der 62-Jährige redet langsam, macht immer wieder Pausen und sucht nach dem richtigen Wort. Was er dann sagt, zeigt jedoch, dass er seine Lebensfreude nicht verloren hat. Im Gegenteil, nach wie vor ist der ehemalige Schulische Heilpädagoge sehr unternehmungslustig und gesprächig. Ausleben kann er das auf den Tagesausflügen und in den Ferienwochen des Aargauer Roten Kreuzes. Wie genau, das erzählt er uns zusammen mit seiner Frau Susanne.

Herr Hottiger, was gefällt Ihnen an den Rotkreuz-Ferienwochen und Tagesausflügen?

Markus H.: Musse. Zeit haben. Und auch eine andere Gesellschaft. Mit meiner Betreuerin Elsbeth ist es wirklich super. Sie hatte einen Mann, der auch einen Hirnschlag hatte. Der erste Ausflug mit ihr war ins Musikautomatenmuseum in Seewen. Das fasziniert mich. Ich singe ja. Das ist also grossartig.

Susanne H.: In den Ferienwochen geniesst er vor allem, dass er den Tagesablauf selbst bestimmen kann. Manchmal, wenn er dann nach Hause kommt, ist er richtig verwöhnt. Dann muss ich klar machen, dass ich keine Ferienwochenbetreuerin bin.

Was steht in einer solchen Ferienwoche alles auf dem Programm?

Markus H.: Wir gehen im Car. Agathe Iten organisiert den. Sie ist Leiterin der Ferienwoche und macht das super. Unter der Woche machen wir Ausflüge und ich singe.

Susanne H.: Er übt für sich, wie zu Hause auch. Vielleicht singt er dann an einem Abend etwas vor. Die Ausflüge sind ein Angebot, dass er als Feriengast annehmen oder ablehnen kann. Man kann auch sonst etwas unternehmen. Die Begleitpersonen richten sich dabei ganz nach den Wünschen ihrer Gäste. Das ist wirklich toll.

Wie sieht Ihr Tagesablauf in dieser Woche aus?

Markus H.: Am Morgen vor dem Aufstehen klopft es. Ich begrüsse Elsbeth. Danach kommt das Duschen und Anziehen. Da bin ich auf Hilfe angewiesen. Und dann kommt das Strenge. Mit dem Stock. Wir gehen rüber.

Susanne H.: Also ihr geht gemeinsam zum Frühstück ohne Rollstuhl.

Markus H.: Ja, genau. Fitness. Dann schauen wir, was läuft.

Susanne H.: Du meinst, das Tagesprogramm wird vorgestellt?

Markus H.: Genau. Und dann reden Elsbeth und ich. Willst du gehen? Und meistens: Ja klar. Und dann gehen wir. Das Mittagessen ist oft unterwegs. Oft weit oben. Mit Aussicht. Das ist schön. Am Nachmittag gibt es Kaffee. Und dann kommen wir wieder nach Hause. Am Abend gibt es auch Programm. Was genau, weiss ich nicht mehr. Halb neun, neun gehe ich dann schlafen.

Während Ihr Mann in der Ferienwoche ist, was läuft da bei Ihnen Frau Hottiger?

Susanne H.: Mein Arbeitsalltag als Schulische Heilpädagogin läuft weiter und ich geniesse es einfach, mal eine Woche nach meinen Bedürfnissen zu leben. Schön ist auch, dass ich mich schon bald wieder freue, bis er nach Hause kommt. Wir haben früher schon immer einmal im Jahr Ferien ohne den anderen gemacht. Jetzt, wo wir so aufeinander angewiesen sind, ist das noch wichtiger. Die Ferienwoche ermöglicht uns wieder eine Woche Zeit für sich.

Markus H.: Luft. Für beide.

Wohin geht es dieses Jahr?

Markus H.: Im Juni eine Woche nach Magliaso. Und in den Zoo nach Rothenburg. Den kenne ich nicht. Kommen Sie doch einmal mit.

Sind Sie interessiert? Hier finden Sie unsere diesjährigen Destinationen der Ferienwochen und auf dieser Seite die Tagesausflüge für 2018. Die Anmeldeinformationen finden Sie ebenfalls auf diesen Seiten.